Elastische Kompressionsdichtungen (FERMADUR®)
Bei der Verarbeitung vieler Materialien ist die Witterung ein entscheidender Faktor. Die Disposition von Mensch und Material ist vielfach nur unter Vorbehalt möglich, da zuverlässige Wetterprognosen lediglich für einen Zeitraum von wenigen Tagen gegeben werden können. Bei längeren Schlechtwetterperioden können unter Umständen keine Arbeiten erfolgen. Die Abdichtung von Fugen von Betonbauteilen und Rohren ist dagegen nahezu witterungsunabhängig möglich, wenn elastische Profile eingesetzt werden. Deren Dichtwirkung wird durch einen mechanischen Anpressdruck erzielt, der auch bei feuchten und nassen Flanken erreicht wird. Beachtet werden müssen der zu erwartende Wasserdruck auf die Fuge und mögliche Bewegungen der Bauteile. Weitere relevante Kriterien bei der Wahl des einzusetzenden Dichtmaterials sind die Korrosionsbeständigkeit sowie das Verhalten gegenüber chemischer Beanspruchung. Rohre und Fugenfüllungen für Abwasserkanäle müssen beispielsweise widerstandsfähig gegen das Schmutzwasser sein.
Abdichten von Betonfugen
Elastische Dichtmittel haben sich in der Abdichtung seit vielen Jahren bewährt. Speziell die Materialien auf Kautschukbasis sind aufgrund der guten Materialeigenschaften und der langen Lebensdauer optimal für bestimmte Anwendungsgebiete geeignet. In der DIN 19 543 werden elastische Dichtmittel definiert als: „Dichtmittel aus Elastomeren, die durch elastische Verformung in die zu dichtenden Fugen eingebracht werden. Ihre Dichtwirkung gegen unter Druck stehende Flüssigkeiten ist abhängig von den durch die Verformung des Dichtmittels entstehenden gummielastischen Rückstellkräften“. Die Dichtwirkung beruht auf dem Anpressdruck des eingebauten Profils auf die Fugenflanken. Ein Voranstrich oder ein anderes Mittel zur Haftverbesserung o.ä. ist nicht erforderlich, da keine Verklebung des Profils mit den Fugenflanken erfolgen muss. Eingebaut werden Dichtungsprofile aus Elastomeren mit geschlossenzelliger Struktur, glatter Außenhaut und kreisförmigem Querschnitt. Einer der Vorteile dieser Abdichtungstechnik ist die Unabhängigkeit von der Witterung bei der Verarbeitung. Der Einbau kann ganzjährig erfolgen. Im Extremfall können Fugen gegen drückendes Wasser unterhalb des Wasserspiegels mit sofortiger Wirksamkeit abgedichtet werden. Die Arbeiten können bei Temperaturen von -5 °C bis +50 °C erfolgen. Bei abweichenden Bedingungen müssen gegebenenfalls besondere Vorkehrungen getroffen werden. Elastische Profile werden im Neubau und bei der Sanierung eingesetzt. Speziell im Ingenieurbau ist die zusätzliche Abdichtung der Arbeits- und Dehnungsfugen mit solchen Profilen typisch. An Bauwerken wie Kläranlagen, Schwimmbecken, Rechenbecken, Tiefgaragen und an Kappenfugen haben sich die Materialien über Jahre bewährt. Aber auch in Freispiegel- und Rechteckkanälen sowie im Rohrvortrieb werden sie häufig eingesetzt. Um die Dichtwirkung der Fuge zu gewährleisten, müssen einige wichtige Dinge unbedingt beachtet werden. Dazu zählen die Vorgaben an die Einbauverpressung und die Angabe der zu erwartenden Gesamtbewegung in der Fuge, damit die erforderliche Vorspannung nicht unterschritten und die maximale Spannung nicht überschritten wird. Die abzudichtende Fuge oder Rohrverbindung muss genau vermessen werden, und die Messwerte müssen protokolliert werden. Diese Vorgehensweise vereinfacht später auch das Aufmaß für die Abrechnung.
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